Die Zusammenarbeit nach dem Raubzug

Die Zusammenarbeit nach dem Raubzug

Die 74. OLMA, die Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung, ist bereits wieder Geschichte. „Heute leben wir in der Stadt, aber unsere Vorfahren waren alle Bauern. Unsere Gesellschaft hat den Austausch zwischen Stadt und Land immer nötiger.“ Mit diesen Worten hatte Bundesrat und Finanzminister Ueli Maurer die Messe in St.Gallen eröffnet. Ja, das waren noch Zeiten, damals, als selbst Stadtbürger Schafe auf ihren Landsitzungen hielten. Es soll selbst vorgekommen sein, dass die Stadt Bern den Wallisern Schafe raubten. So hielt es jedenfalls Diepold Schilling auf Seite 418 in seiner amtlichen Berner Chronik im 15. Jahrhundert fest. Und heute, welchen Austausch dürfen wir zeitgenössischen Städterinnen und Städter, die Schafe halten wollen, erwarten?

Wir, das heisst eine Gruppe urban geprägter Leute, standen mitten auf einer Weide im Berner Jura und staunten über die eigensinnigen Walliser Landschafe, die uns aufmerksam musterten. Sie scheuten uns nicht, sondern schienen uns aufzufordern, endlich mal was Leckeres anzubieten. Ihre geschwungenen Hörner verliehen ihnen Selbstvertrauen und tierischen Stolz. Es dauerte nicht lange, bis die gemeinsame Zusammenarbeit mit ihrem Bauern beschlossen war. Uns geht es also um mehr als den blossen Austausch. Wir wollen Teil haben an der sogenannten Produktion – wie anno dazumal – und die heutzutage seltenen Nachkommen des Raubzuges vermehren helfen. Auf unseren eigenen Raubzug verzichteten wir und bezahlten für fünf Schafe den fairen Preis von 1’500 Franken. Gestern nahmen sie von ihrem neuen Stall Besitz. Der steht zwar nicht in der Stadt, aber auf einem Hof, der ebenfalls mehr als den blossen Austausch auf Messen sucht.

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