Hochkarätiges Futter für die Herde

Hochkarätiges Futter für die Herde

Jede erfahrene Stadtschäferin weiss es, jeder Profi-Schäfer tut es. Wer ein Eimerchen mit etwas Futter oder Salz schüttelt, lockt die ganze Herde an und kann sie einfach durch das Tor in die neue Weide führen. Wir Menschen verhalten uns da nicht anders als Schafe, obwohl wir uns gerne als kreative Besonderheiten sehen. Dies liess sich letzte Woche an der Art Basel gleich mehrfach beobachten.

Zu Tausenden strömte die Kunstwelt an die weltweit wichtigste Kunstmesse und stellte sich mehr oder weniger geduldig in die grosse Menschentraube vor dem Eingang. Zum ersten Mal waren hier aus Sicherheitsgründen Scanner installiert. Wie am Flughafen musste jede Handtasche über die Rollen zur Durchleuchtung gestossen werden. Am anderen Ende der Drehkreuze winkte, wie es die Werbung versprach, der Zugang zur hochkarätigen Kunst. Im Gedränge zwischen den ausstellenden Gallerien wurde jedes Ego Teil der Herde. Solche Gedanken verleiteten jemanden aus der Kunstwelt schon dazu, eine Schafherde in einen Ausstellungsraum zu bringen. An der Art Basel war eine Herde (englisch Flock) auf gerahmten Fotoposters zu entdecken.

Das ist aber weder besonders einfallsreich noch des Schlangenstehens wert. Der geübte Scanner-Blick, der nach allem Ausschau hält, was nach Schaf riecht, konnte an der Kunstmesse einen besonderen Fund machen. Unscheinbar hingen die kleinen Webstücke der Textilkünstlerin Sheila Hicks an der weissen Wand. Zierlich schön und ganz ohne hochkarätigem Glanz sprachen sie von ihrem grandiosen Werk aus Wolle, das ohne Schafe nicht zu denken wäre.

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