Schlagzeilen für 1003 Schafe

Schlagzeilen für 1003 Schafe

Sie machten unlängst Schlagzeilen, die 1’000 Schafe, die dem Flugplatzkommando Emmen über Weihnachten halfen, die Mäuse von den Grünflächen und damit die Raubvögel von den Kampfjets fern zu halten (siehe Neue Luzerner Zeitung vom 15.12.2015). Doch Schlagzeilen verdienen eigentlich auch die 3 Spiegelschafe der nahe gelegenen Siedlung Unter-Grundhof in Emmen. Seit fünfzehn Jahren dienen sie dort der naturbezogenen Pflege und gemeinschaftlichen Nutzung des Areals. In wenigen Wochen werden sie ihre neu geborenen Lämmer zu säugen beginnen und damit die Herzen vieler Kinder in Emmen erobern.

Möglich ist dieses schöne Urban Farming Projekt vor den Toren der Stadt Luzern dank sechs Familien und dem Verein Lebensraum, der Eigentümer des rund 6’500 Quadratmeter grossen Areals ist. Ein Gemeinschaftsgarten, ein Obstbaumhain, ein Hühnergehege und eben die 3 Spiegelschafe mit ihren Lämmern sind Teil der Grünlandnutzung. Sie werden, wie es in diesem kleinen Rahmen überhaupt möglich ist, durchaus profimässig gefüttert und gepflegt. Seit 2008 steht ein kleines Ökonomiegebäude mit Stall und Geräteschuppen inklusive Balkenmäher am Eingang der drei Weideschläge. Die Schafe sind im Herdenbuch des Spiegelschaf-Zuchtvereins SSZ eingetragen, der jeden Herbst einen Widder für ein paar Wochen ausleiht, damit es im Frühjahr Nachwuchs gibt.

Die Aufgaben sind so aufgeteilt, dass jede Familie im Turnus von sechs Wochen einmal eine ganze Woche lang die Aufsicht innehält. Dies nimmt kaum Zeit in Anspruch, denn die tägliche Kontrolle und das Füttern lässt sich leicht vor dem Gang zur Arbeit machen. Im Tagebuch, das im Stall aufliegt, werden alle Beobachtungen vermerkt. Für die grösseren Aufgaben, wie etwa das Zäunen, die Weidepflege oder die Wollschur, verpflichten sich alle zu je zwei gemeinsamen Arbeitstagen pro Jahr. An zusätzlichen 2-3 Sitzungen wird über Zuchtfragen oder den besten Termin für den Verkauf der Lämmer beraten. Separat aufgeteilt sind gewisse Verantwortungen, wie die Zusammenarbeit mit dem Zuchtverein, der Kontakt zum Tierarzt, die Klauenpflege, der Einkauf von Heu und Stroh und die Verwaltung der gemeinsamen Finanzen.

Die Dimension der Grünlandnutzung mit Schafen mag sehr verschieden sein. Sinnvoll ist sie in beiden Fällen. Ja es bestünde sogar die Chance, dass sich die Zahl der Schafe im Unter-Grundhof verdoppeln könnte! Dazu müsste sich um ein ebenso grosses Stück Grünland irgendwo im Raum Luzern eine weitere Interessengemeinschaft bilden, die im Turnus die Unter-Grundhof Herde abtauschen kann. Bei einer zunehmenden Grösse und Anzahl von Interessengemeinschaften und Schafen winken dann auch garantiert die Schlagzeilen!

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