Eine umgekehrte Tierpatenschaft

Eine umgekehrte Tierpatenschaft

Ich habe das Glück, viele Paten zu haben! Nicht wie meist üblich einen einzigen Götti und eine einzige Gotte – ich zähle bereits über zwei Dutzend Paten, die mir jedes Jahr 300 Franken schenken. Tendenz steigend. Ehrlich gesagt, die Übersicht fehlt mir, wenn sie mich besuchen, und es ist mir eigentlich auch egal, wenn wieder einmal jemand abspringt. Verständnishalber muss ich hier hinzufügen, dass es sich bei den Göttis und Gotten um Menschen handelt. Ich selber bin ein Schaf im Zoo. Nur einmal war ich düpiert und etwas eifersüchtig, als ich ein Gespräch zwischen zwei abgesprungenen Göttis überhörte. Er würde nun für ein Schaf sorgen, das in einer Herde auf dem Schüpberghof lebe. Was soll denn an einem Bauernhofschaf so besonders sein, fragte ich mich?

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Gute Handarbeit will gelernt sein

Gute Handarbeit will gelernt sein

Der Winter ist die Jahreszeit, während der wir fast alle gerne wollige Kleidungsstücke tragen: Pullover, Wollsocken, Handschuhe und so weiter. Fast nichts davon ist aus handgesponnener Wolle, aber fast alles ist handgeschoren. Das heisst, es ist immer noch die Hand des Schafscherers, der die Schermaschine durch den Wollstapel führt. Schafhaltung ist Handarbeit und die Handhabung der Schafe will durchaus gelernt sein.

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Schenke deiner Freundin eine Wolke!

Schenke deiner Freundin eine Wolke!

Grösser könnte der Gegensatz nicht sein. Schwere gusseiserne Walzen drehen sich langsam und leise um ihre Achsen und befördern dabei eine Schleierwolke aus zarter Wolle im Uhr- und Gegenuhrzeigersinn durch die alte Kardiermaschine. Im Handumdrehen lässt sich gar nicht so einfach sagen, wie viele Walzen es sind. Sie wurden vor über hundert Jahren in einer Maschinenfabrik in Chemnitz gegossen und zusammenmontiert. In Hallen, wo es damals wohl eher heiss und lärmig wie in der Hölle war. Nun wickeln sie friedlich Wollwolken auf die grosse und letzte Holzwalze im Räderwerk. Nicht irgendwelche Wolle, sondern genau die vom Lieblingsschaf, denn die Kardiermaschine aus Chemnitz steht in Huttwil im Spycher-Handwerk, das Wert darauf legt, dass wes fettige Schurwolle sie annimmt, des luftige Wollwolke sie wieder zurückgibt. Das ist heutzutage, wo Profit vor allem durch Masse gewonnen wird, nicht so selbstverständlich. Aber es kommt dem urbanen Zeitgeist mit hochgeschriebener Individualität gut entgegen. Dem urbanen Schafliebhaber sei deshalb vorgeschlagen: Schenke deiner Freundin eine Wolke!

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