Von Kastrationszangen und Rosenscheren

Von Kastrationszangen und Rosenscheren

Die Urban Farming-Szene wächst dank Social Media rasch und kräftig wie der Chili auf der Dachterrasse. Es ist eben cool, seine ersten Versuche auf Facebook zu teilen oder sich von Youtube inspirieren zu lassen. Wer nicht weiter weiss, recherchiert bequem und schnell mit Smartphone oder Tablet. Die Szene wächst, weil sie sich immer wieder mit viel Kreativität neu erfinden und mitteilen kann. Sie gibt auch Anlass zum fröhlichen Lachen. Ich kenne die Geschichte einer WG, die vier Küken kaufte, damit sie ihr später Eier legen würden. Als es den Studentinnen klar wurde, dass sie nur Hähne gross gezogen hatten, schauten sie auf Youtube nach, wie ein Hahn zum Suppenhuhn wird. Sie haben dann alles nach Anleitung konsequent durchgeführt!  Kreativ, nicht? Und wer weiss übrigens, was eine BURDIZZO Kastrationszange mit der FELCO Rosenschere gemeinsam hat?

Nun, beides sind die falschen Werkzeuge, um Schafen die Klauen zu schneiden, obwohl Google & Co den urbanen Schaffarmer gerne dorthin führen. Das Horn der Klauen wächst wie bei unseren Fingernägel von Tag zu Tag ein Stückchen weiter. Wird es nicht geschnitten, können sich die Klauen deformieren, mit Schmutz und Dreck füllen und schmerzhaft entzünden. Mindestens zweimal jährlich ist deshalb die Pediküre mit einer Klauenschere nötig, die z.B. bei der Firma HAUPTNER entweder als Modell BURDIZZO oder als Modell FELCO erhältlich ist.

Leider gibt die Recherche bei Google & Co keine sinnvolle Antwort auf die Frage, welches Modell denn welche Vorteile hat. Vielleicht hat Napoleone Burdizzo, der Erfinder der berühmten Kastrationszange, auch eine Klauenschere entwickelt? Das Geschäft scheint auf alle Fälle bei ersterer zu holen sein. Das oben abgebildete BURDIZZO Modell, das mir ein Schäfer empfohlen hatte, bewährt sich meiner Meinung nach bestens – für die Klauenpflege (!). Mit den spitzen Klingen lässt sich der Dreck zwischen dem Klauenhorn gut auskratzen und der Schnitt schön dem gewachsenen Horn nachführen. Dies ist letztlich auch der Grund, wieso eine Rosenschere ungeeignet ist. Sie hat klobige Enden und gebogene Schnittkanten. Gut für das Rosenholz – unpraktisch für das Schneiden der Klaue.  FELCO hat deshalb nebst Rosen- und Baumscheren extra eine Klauenschere mit spitzer Klingenform entwickelt. Ebenfalls bestens geeignet, aber etwas teurer als das BURDIZZO Modell. Like it or not, dank Social Media und wachsender urban Schafhalter-Szene werden mit der Zeit sicher noch weitere Tipps zu finden sein.

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